Auch wenn der Hersteller Monsanto, der ja mittlerweile von Bayer übernommen wurde, immer wieder versichert hat, daß von Glyphosat keine Gefahr für Bienen ausgeht, wurde nun eine Studie veröffentlich, die zu einen ganz anderen Ergebnis kommt.
Laut einer Studie der University of Texas, Austin (UT Austin), schädigt Glyphosat die Darmflora der Bienen.
Auch dieses Jahr wird es wieder eine Vortragsreihe geben. Die Themen und Termine sind:
15. November 2018 Klaus Herrmann, seit 25 Jahren Imker und Leiter einer Schulimkerei in Königstein, Taunus
Vortragsthema: Ein Erfahrungs- und Reisebericht: Imker-Projekt in Zambia
Klaus Herrmann berichtet über ein Imker-Projekt in Zambia, das das Ziel verfolgt, verarmten Kleinfarmern über eine eigene Bienenhaltung und gemeinsame Vermarktung des Honigs ein zusätzliches Einkommen zu verschaffen. So wird der fatale Kreislauf aus Not - Wilderei - Gefängnis - und noch größerer Not der Familien ohne Ernährer durchbrochen.
2. 15. Dezember 2018 Dr. Paul Siefert, Institut für Bienenkunde der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Vortragsthema: Die Bienenentwicklung unter der Lupe: Videos und Verhaltensanalysen aus dem Bienenvolk.
Dr.
Paul Siefert vom Institut für Bienenkunde Oberursel hat sich in den
letzten Jahren mit den Auswirkungen von Neonikotinoiden auf das
Brutverhalten im Stock befasst. Hierzu entwickelte er eine
Videobeobachtungsmethode und zeigt welchen Einfluss die Stoffe auf
Verhalten und Physiologie von Ammenbienen haben. Ein tolles
Nebenprodukt: Hochauflösende Videos der Arbeiterinnen- und
Königinnenentwicklung in der Zelle, welche Varroa und Wachsmotten in
einen wahren "Bienenthriller" verwandeln.
3. 15. Januar 2019 Christian Dreher, Fachberater für Imkerei & Ausbildungsberater Tierwirt Imkerei
Vortragsthema: „Imker und Landwirte im Dialog 0.2“
Die Veranstaltung
soll an die erste Veranstaltung im Januar 2018 anknüpfen und vertiefend
die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen, Zwänge und Bedürfnisse beider
Gruppen beleuchten. Die daraus resultierende Transparenz soll
langfristig zu einem Dialog zwischen Imkern und lokalen Landwirten
führen. Weiterhin sollen konkrete Praxisbeispiele aufgezeigt werden.
Die genauen Termine und der Veranstaltungsort werden noch zeitnah veröffentlicht, voraussichtlich werden die Vorträge wieder in der Aula der Wilhelm-Leuschner-Schule in Egelsbach gehalten.
Das Projekt Bienenlehrpfad hat 100kg Honig geerntet, die ab sofort beim Bürgerbüro Egelsbach zu erwerben sind. Das 250ml Glas "Rathausgold" wird dort für 5.- € angeboten.
Die Luzerne-Blattschneiderbiene ist wie alle Blattschneiderbienen eine Solitär-Biene, aber sie wird, vor allem in den USA, in der Landwirtschaft sehr intensiv genutzt.
Sie dient der Bestäubung der Luzerne, das ist eine Pflanzenart aus der Gattung Schneckenklee (Medicago) in Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie wird als Vieh-Futter aber auch als Lebensmittel (Sprossen) genutzt (die Luzerne, nicht die Biene).
Der Honigtau als Nahrung der Insekten
Gerhard Zoebelein
Aus dem Institut für angewandte Zoologie, München
Journal of Applied Emtomology, Jan/Dez. 1956
Zusammenfassung
Zahlreiche Insektenarten aus vielen Familien nutzen den Honigtau als Nahrungsquelle. Einige tun das obligatorisch, andere fakultativ. Ersteres gilt besonders für die Waldameisen, letzteres für die Imagines der Insektenparasiten: die entomophagen Schlupfwespen und Tachinen, sowie für die räuberischen Formen der Coccinelliden, Anthribiden und Syrphiden. — Im Tagesablauf ist der Honigtaubesuch der Insekten bei Physokermes piceae am Morgen und Abend am stärksten. — Die Honigtauernährung verlängert, teilweise um ein Vielfaches, die Lebensdauer mancher Insektenarten. — Bei Versuchen mit Microplectron fuscipennis Zett. und Nemeritis canescens Grav. ergab Aufnahme von Honigtau eine Zunahme der Zahl abgelegter Eier. — Honigtau verschiedener Erzeuger zeigt unterschiedlichen Nährwert. Saccharose, Glucose und Fructose erwiesen sich als die für Insekten wertvollsten Nahrungsbestandteile des Honigtaus. Melezitose zeigt schädigenden Einfluß.
Waldameisen der Formica rufa‐Gruppe (besonders F. major und minor) ernähren sich überwiegend von Honigtau. Insekten scheinen für sie nur Zukost zu sein. Die im Jahr von einem Nest eingetragene Honigtaumenge betrug bei Formica rufa rufo‐pratensis minor schätzungsweise 290 bis 320 kg Honigtau mit ca. 60–65 kg Zuckertrockensubstanz, bei F. rufa rufo‐pratensis major etwa 450–500 kg Honigtau mit ca. 90–100 kg Zuckertrockensubstanz. — Der Honigtaueintrag von Einzelstämmen betrug annähernd: Bei Kiefer im Jahr 70 kg, bei Fichte im Jahr 30 kg, bei Buche im Jahr 25–30 kg. Der Eintrag von Honigtau der Fichtenquirlschildlaus von einem Stamm betrug für Mai/Juni etwa 11 kg. — Von den zur Beobachtung gelangten Pflanzensaugern waren für die Ameisen folgende von Bedeutung: An Fichte: Cinaropsis piceae Panz. (z. T. auch Physokermes piceae Schrk., Cinaropsis cistata/viridescens im Frühjahr und Cinaropsis pruinosa Htg., im Sommer an Wurzeln); an Kiefer: Cinaria nuda Mordw. (z. T. Cinara pini L.); an Buche: Schizodryobius pallipes Htg., an Eiche: Lachnus roboris L.; an Weißdorn: Medoralis pomi Deg. (im Frühjahr auch Psylla crataegi Schrk.); im Hochgebirge: an Lärche: Cinara laricis Walk; an Arve: Cinara cembrae Chol., an Latsche: Cinara Neubergi Arnh.
Der Lausstammbesuch der Ameisen ist abhängig von Witterung und Wechsel des Honigtauangebotes in den Baumkronen. — Das Honigtauangebot beeinflußt das Straßennetz der Ameisenkolonien und seine Belaufsstärke. — Die Waldameisen verhindern den Honigtaubesuch artfremder Insekten auf den von ihnen besuchten Stämmen. Dabei kommt es zur Erbeutung zahlreicher Nützlinge. Von Ameisen besuchte Lausbäume werden von Bienen nicht oder nur ganz schwach beflogen. — Auf Schäden durch Honigtauerzeuger wird hingewiesen und festgestellt, daß die dem Walde durch die Saugtätigkeit der Homopteren entzogene Substanz am wirtschaftlichsten durch die Waldbienenweide nutzbar gemacht wird.
Im Haushalt der Biocönose des Waldes spielt der Honigtau als Nahrungsmittel zahlreicher Insekten eine übergeordnete Rolle. Der holzarten‐und unterwuchsreiche Mischwald gewährt ein optimales Honigtauangebot.
Für den süddeutschen Raum gibt es eine Webseite, die Prognosen und Informationen zur aktuellen Honigtauproduktion bereitstellt.
Zwar ist Hessen hier mal wieder nicht berücksichtigt, aber eine Tendenz ist doch zumindest abzuleiten.
Was ist eigentlich Honigtau bzw. die Waldtracht?
Honigtau und Waldhonig
Honigbienen sammeln gelegentlich Honigtau statt Nektar. Dieser stellt dann die Grundlage für verschiedene Honigsorten dar, die als Blatt-, Tannen- oder Waldhonige bezeichnet werden. Die Farbe und das Aroma dieser Honige variieren je nach Herkunft sehr stark, vor allem bei den von Tannen und Fichten stammenden Waldhonigen. Auch einige Hummelarten sammeln Honigtau.
Im Waldhonig ist immer ein gewisser Gehalt an der Zuckerart Melezitose vorhanden. Dies hängt vom Stoffwechsel des Wirtsbaumes (Phloemsaft) und der Fermentierung durch die verschiedenen Rindenlausarten ab. So steht z. B. die Gefleckte Lärchenrindenlaus (Cinara laricis) im Verdacht, besonders viel Melezitose zu erzeugen. Wenn der Anteil dieses Dreifachzuckers 10 bis 12 % überschreitet, kandiert der Honig schon im Honigraum des Bienenvolks (vom Boden der Wabenzelle aus). So kann er nicht mehr oder nur noch teilweise und mit deutlich erhöhtem Aufwand geerntet werden. Solcher Honig wird dann auch als Melezitosehonig oder Zementhonig bezeichnet.
Entdeckeln einer Bienenwabe mit dunklem Honig aus Honigtau
Da zum Thema Varroa-Befall und -Bekämpfung ja noch viel Informationsbedarf besteht, möchte ich hier das Faltblatt "Bayerisches Varroabekämpfungskonzept" herausgegeben von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau vorstellen.
Bitte beachten: Das Faltblatt ist doppelseitig, man kann es hier direkt herunterladen und z.B. doppelseitig ausdrucken.
2016 startete das Projekt „Blühendes Egelsbach“. Nun gehen wir in das dritte Jahr und haben inzwischen nicht nur die Gemeinde, sondern auch die zwei großen Landwirte Herrn Eckert und Herrn Fink im Boot.
Wie im letzten Jahr stellt die Gemeinde Egelsbach etwa 2500m² zur Verfügung. Durch unseren Antrag beim Kreis auf Beihilfe für ein Umweltprojekt in Höhe von 5.500,-€ entstehen für die Gemeinde für diese Flächen in diesem Jahr keine Kosten. Dieses Jahr wird eine spezielle, mehrjährige, auf die Bodenbedingung um Egelsbach angepasste Saatmischung ausgebracht.
Herr Landwirt Eckert ist von Beginn an dabei, da er die Aufträge zur Bearbeitung der Flächen von der Gemeinde erhält. Letztes Jahr hat er von seiner Seite zusätzlich etwa 1500m² bepflanzt. In diesem Jahr hat er die Fläche noch nicht genau berechnet, die Info kommt in zwei bis drei Wochen.
Dieses Jahr hat sich der Landwirt Herr Fink dem Projekt angeschlossen und sein „Greening“ auf Insektenfreundlichkeit ausgelegt.
Seine Saatmischung besteht aus Gelbsenf, Ölrettich, Gartenkresse, Petersilie, Ramtillkraut, Phazelia und Erbsen.
Insgesamt bringt er diese Mischung um Egelsbach herum auf ca. 25.000 m² also 2,5 ha aus.
Blühflächen im Projekt „Blühendes Egelsbach“:
2016 ca. 1600m²
2017 ca. 2500m²
2018 mindestens 27.500m²
Grund dieser Entwicklung ist kein neues Gesetz, sondern lediglich das gemeinsame Gespräch und der Austauch über Sorgen, Nöte, und Probleme, die jeder in seinem Tätigkeitsfeld so hat. Für die Insekten, die Umwelt und letztlich auch uns Imker eine gute Entwicklung.
Ein Anfang ist gemacht, die ersten Elemente des künftigen Bienenlehrpfads sind aufgestellt, auch die Presse berichtet, hier ein Link zum Artikel auf op-online:
In Deutschland gibt es 103.370 Imker mit insgesamt ca. 800000 Bienenvölkern
Jeder Imker hält durchschnittlich 7,3 Bienenvölker, aber weniger als ein Prozent betreiben die Imkerei erwerbsmäßig.
Ein Bienenvolk produziert etwa 20 kg Honig im Jahr.
Zusammengerechnet ernten die deutschen Imker also 20.000 t Honig pro Jahr
100 000 t aber werden vom deutschen Bürger jährlich verzehrt. (= 200 Millionen Honiggläser).
Daraus folgt, dass 80% importiert werden müssen!!
1-25 Völker:
96 % der Imker
26-50 Völker:
3 % der Imker
über 50 Völker:
1 % der Imker
(Stand: 2015)
Das Sammelgebiet eines Bienenvolkes
erstreckt sich auf etwa 25 Quadratkilometer
das sind 2500 ha oder 25 Millionen m²
Für 500 Gramm Honig müssen Arbeitsbienen rund 40.000 mal ausfliegen und dabei eine Flugstrecke von rund 120.000 km zurücklegen und dabei 4 Millionen Blüten besuchen.
An guten Tagen kann 1 Volk 3 Kg Blütennektar = 1 kg Honig einfliegen.
Eine Biene sammelt bis zu 60 mg Nektar pro Sammelflug, entspricht 75 % des Körpergewichtes oder bis zu 4 Mio. Pollenkörner.
Ein Bienenvolk produziert pro Jahr etwa ½ Kg Wachs (1 Wachsplättchen wiegt 1 mg)
Körpergewicht
Königin > ca. 250 mg
Arbeitsbiene > ca. 100 mg
Drohn > 180 mg
Fluggeschwindigkeit
26 - 30 km / h
Wachsproduktion
für 1 kg Wachs sind rund 1.250.000 Wachsplättchen notwendig
(Eine Biene hat 8 Wachsdrüsen im Hinterleib)
Arbeitsbiene als "Klimaanlage" (Kühlung/Wasserverdunstung)
bis zu 15.000 Flügelschwingungen pro Minute = 250/s
Zwischen 5000 und 50000 Bienen leben in einem Bienenstock. Die Königin legt etwa 2000 Eier am Tag und lebt etwa 3-4 Jahre. Die Drohne lebt nur um die 1 - 3 Monate, sie hat keinen Stachel. Arbeiterinnen leben im Sommer 2-3 Wochen und im Winter 2-6 Monate.
Vortragsveranstaltung zum Thema "Die zentrale Rolle der Wachsqualität. - Rückstände in Bienenwachs und -honig" am 09.03.2018 um 19:00 Uhr in der Aula der Wilhelm-Leuschner-Schule in Egelsbach. Eintritt ist frei - Spenden sind erwünscht. Es wird eine Verlosung einer neuen Bergwinkel Herold-Komplettbeute sowie weiterer verschiedener Imkermaterialien geben.
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